Es gibt einen ziemlich genialen Weg, um Konflikte zu beenden. Ich möchte sogar behaupten, dass es nicht nur ein sehr toller, genialer Weg ist, sondern dass es eigentlich der einzige Weg ist, Konflikte zu beenden. Ich möchte Dir diesen anhand eines eigenen Beispiels schildern.
Ich bin vor einiger Zeit mein Leben durchgegangen und habe einfach geschaut: Wo gibt es noch Konflikte? Wo sind Dinge vielleicht noch nicht gelöst? Wo trage ich eventuell noch Sachen mit mir herum?
In der darauffolgenden Nacht träumte ich dann von einer Beziehung, die ich vor vielen Jahren einmal hatte. Diese Beziehung dauerte ein Jahr – das war die Oberkatastrophe! Es war richtig, richtig schlimm. Das war ein absolutes Höllenjahr – zumindest habe ich es so empfunden.
Ich möchte das kurz grob umschreiben: Wenn ich es jemandem schildern müsste, würde ich sagen, dass es ganz schlimm war. Ich fühlte mich aufs Tiefste verletzt und völlig ungerechtfertigt beleidigt und beschimpft. Ich weiß nicht mehr genau, was alles dabei war.
Das Interessante ist: Wenn man sich solche Konflikte anschaut, dann würde die Gegenpartei an der Stelle genau das Gleiche sagen. Sie würde behaupten: „Ja, der hat mich ganz schlimm behandelt!“ Daran sehen wir bereits die Grundproblematik, um die es eigentlich geht.
Wenn Du einen Konflikt hast, wenn Du in einer Beziehung lebst und irgendwie nicht weiterkommst, dann holst Du Dir vielleicht Rat – sagen wir mal, bei einem Therapeuten. Der sagt dann: „Welche Gefühle werden denn da in Dir angeregt? Die musst Du mal durchfühlen. Was wiederholt sich da für ein Muster aus Deiner Kindheit?“ Und so weiter und so fort.
Die Schwierigkeit an der ganzen Sache ist: Das bereinigt nicht zwangsläufig den Konflikt. Es führt häufig zu einer Ruhe. Man kommt wieder in Frieden, geht wieder aufeinander zu – und dann bleibt es eine Zeit lang friedlich. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Konflikt aufbricht. Und schon sind wir wieder im gleichen Spiel drin.
Du kennst es wahrscheinlich: Du streitest Dich mit Deinem Partner oder Deiner Partnerin, und kurze Zeit später weißt Du gar nicht mehr, was eigentlich der Auslöser war. Du weißt gar nicht mehr, worum es ging, und Ihr fragt Euch beide: „Was war denn da eigentlich los?“
Wenn man dann ein bisschen dahinter schaut, wird man immer wieder auf das gleiche Schema stoßen: „Du hast mir wehgetan, weil Du dieses oder jenes gesagt oder gemacht hast – oder nicht gemacht hast. Dadurch habe ich mich schlecht gefühlt.“
Das nennt man ein Opferbewusstsein. Und was mache ich, wenn ich mich als Opfer fühle? Es gibt unterschiedliche Varianten: Der eine wird vielleicht ganz schnell traurig, wendet sich ab und verschließt sich. Der nächste wird vielleicht erstmal wütend und schlägt zurück.
Das ist das, was Menschen tun. Und es ist immer das gleiche Thema: Es beginnt damit, dass ich mich als Opfer fühle.
Das sehen wir derzeit sogar in der großen Politik. Es ist immer das Gleiche: Da werden Länder überfallen, und die Begründung lautet: „Wir mussten das tun, es ging ja gar nicht anders, weil Ihr das und das mit uns gemacht habt.“
Das sieht man überall. Und da nützt es auch nichts, Gefühle durchzufühlen und die eigene Kindheit aufzuarbeiten. Denn die beiden Parteien werden sich immer beide als Opfer darstellen.
Schau Dir einfach mal Deine eigenen Themen an. Schau Dir eigene Konflikte an.
Kein Mensch mag sich gerne als Opfer sehen. Wenn wir hören, dass wir vielleicht aus einer Opferposition heraus gehandelt haben, dann schlagen wir ganz schnell zurück: „Nein, nein, nein! Ich bin nicht das Opfer! Was die andere Person gemacht hat, das war überhaupt nicht in Ordnung.
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Aber ich müsste mich ja nicht verteidigen, wenn ich nicht vorher das Gefühl gehabt hätte, dass ich angegriffen worden bin. Und damit meine ich auch: Mangelnde Wertschätzung ist auch eine Form von Angriff. „Du siehst mich nicht! Du liebst mich nicht! Du nimmst mich nicht wahr!“
Übrigens empfehle ich Dir, dass Du Dir für diese Lektion wirklich ein bisschen Zeit nimmst. Wir werden anschließend noch eine ganz praktische Meditation machen, mit der ich Dir zeige, wie Du aus Konflikten aussteigen kannst – und zwar wirklich aussteigen kannst.
Um wirklich aus einem Konflikt auszusteigen, ist es notwendig zu verstehen, dass so ein Konflikt immer – absolut immer, ohne Wenn und Aber – aus einer Position der Schwäche heraus entsteht.
Wenn ich in mir ruhen würde, wenn ich zu mir selbst gefunden hätte, gäbe es überhaupt keinen Grund für mich, einen Konflikt zu beginnen oder in mein Leben zu ziehen. Selbst wenn mich jemand angreift, könnte ich einfach in mir ruhen und in meiner Mitte bleiben.
Das heißt: Die beiden Konfliktparteien befinden sich beide in einer Position der Schwäche. Und jetzt fühlen sie sich in dieser schwachen Position zusätzlich noch einmal angegriffen – und schlagen zurück oder ziehen sich beleidigt und depressiv zurück, eins von beiden.
Die Kindheit, die Vergangenheit, der andere – sie sind niemals Schuld daran!
In dem Moment, in dem ich sage: „Ich musste mich verteidigen“ oder „Ich habe mich schlecht gefühlt, weil …“, begebe ich mich sofort wieder in die Opferposition. Und in dem Moment verliere ich alle Macht.
Was ich dann noch versuche, ist die psychologische Variante: „Ja, Du musst Deine Gefühle erklären! Du musst dem anderen mitteilen: ,Als Du dies und jenes gesagt hast, hat mich das ganz verletzt.‘ Du weißt doch, ich habe in meiner Kindheit immer das und das erlebt …“
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Aus meiner Erfahrung funktioniert das selten. Manchmal funktioniert es vorübergehend, aber sehr oft – wenn der andere auch gerade neben sich steht – wird er das als weitere Ohrfeige empfinden: „Ja, jetzt sagst Du mir schon wieder, dass ich Dich schlecht behandelt habe!“
Es funktioniert selten. Und wenn es funktioniert, dann ist der Friede auch nur vorübergehend da.
Diese Position der Schwäche, von der ich hier spreche, ist die Position: „Ich bin ein verletzliches Wesen. Man kann mich verletzen. Ich fühle mich nicht richtig geliebt.“
Und dann erwarte ich das irgendwie vom anderen. Aber der wird das niemals vollständig erfüllen können.
Vielleicht kennst Du auch solche Situationen: Du hast das Gefühl, Du fühlst Dich nicht richtig geliebt – oder Dein Partner fühlt sich nicht richtig geliebt oder wahrgenommen.
Und Du gibst und gibst und gibst. Und umgekehrt ist es natürlich genauso: Du empfängst und empfängst und empfängst.
Aber es ist niemals genug.
Das Problem liegt einzig darin, dass wir unsere Mitte nicht gefunden haben. Dass wir nicht in uns ruhen.
Wie kommen wir dahin?
Das Grundwesen unseres Geistes ist vollkommene Stille, vollkommener Frieden. Das ist unsere wahre Natur.
Und genau das werden wir jetzt in einer kleinen Meditation erfahren …
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Mache es Dir bequem. Achte ein wenig auf Deine Atmung und erlaube Dir, Dich zu entspannen. Vielleicht merkst Du, dass Du mit jeder Ausatmung ein wenig ruhiger wirst, weiter herunterkommst und Dich immer tiefer und tiefer entspannst.
Vielleicht spürst Du jetzt schon, dass es in Dir einen stillen und friedlichen Raum gibt, und Du erlaubst Dir, diesen Raum zu betreten. Du erlaubst Dir, still zu werden und in den Frieden zu gehen.
Wir wollen jetzt ganz praktisch an eine Person denken. Nimm eine Person, mit der Du gerade in einem Konflikt bist. Es kann ein aktueller Konflikt sein oder auch ein älterer, der schon länger zurückliegt, den Du aber immer noch mit Dir herumträgst. Wahrscheinlich hast Du diese Person jetzt schon vor Augen – Du musst nicht lange suchen. Der erste Gedanke, der kommt, ist meist der beste.
Und jetzt betrachte diese Person vor Deinem inneren Auge. Schau sie Dir einfach an. Wie nimmst Du sie wahr?
Wenn es sich um einen aktuellen Konflikt handelt, könnte es sein, dass Du sie als hart oder herzlos wahrnimmst, dass Du das Gefühl hast, sie greift Dich an. All das, was Du in ihr siehst, nimm einfach wahr. Versuche nicht, etwas zu bewerten oder zu erklären – nimm es einfach wahr. Das ist das, was Du in diesem Moment empfindest.
Doch diese äußeren Erscheinungen einer Person sind nicht das, was sie tief in sich trägt. Es sind nur äußere Erscheinungen. Und jetzt bitte ich Dich, einmal tiefer zu schauen. Schau einfach tiefer. Es geht nicht um eine Analyse – Du hast diese Person vor Dir, und es ist ein bisschen so, als würdest Du in sie eindringen. Finde ihre Mitte, finde ihr Zentrum.
Es kann ein persönliches Gefühl sein, oder Du hast das Empfinden, in die Mitte der Form dieser Person vorzudringen. Es ist ein bisschen wie ein tobendes Meer – an der Oberfläche gibt es Wellen und Sturm. Das ist das, was Du äußerlich von der Person siehst. Doch wenn Du ins Meer eintauchst, wird es auf einmal ganz still.
Dringe bis zum innersten Kern vor. Bemerke die Stille, die dort herrscht. Gehe so tief, bis Du spürst: Da ist eigentlich nur noch Stille, da ist nur noch Frieden. Vielleicht tobt an der Oberfläche noch etwas herum, doch im Zentrum, im Kern, ist vollkommene Ruhe. Du spürst diesen Frieden.
Das ist die Wahrheit. Das ist die absolute Wahrheit: Im Zentrum ist Frieden.
Und jetzt möchte ich, dass Du Dir eine weitere Person vorstellst – eine Person, mit der Du nicht in Konflikt bist, eine Person, mit der Du im Frieden bist.
Bemerke nun, wie dieser Frieden, diese Stille, die Du gerade innerhalb der ersten Person erfahren hast, sich immer weiter ausdehnt. Vielleicht empfindest Du es als Licht. Diese Stille, dieser Frieden, dieses Licht breitet sich aus – über diese Person hinaus, bis zur anderen Person.
Auch die zweite Person wird voll und ganz von diesem tiefen inneren Frieden, von dieser Stille, von diesem Licht erfasst. Und Dir wird auf einmal bewusst: Sie sind auf dieser Ebene vollkommen eins. Es gibt keinerlei Trennung. Alles, was wir im Außen wahrnehmen, sind nur die Wogen, die Wellen des Meeres. Doch tief im Inneren herrschen Frieden, Stille und Harmonie – Liebe und Licht.
Diese beiden Personen sind jetzt in der Stille, im Frieden vereint. Und ihr gemeinsamer Frieden dehnt sich nun noch weiter aus – über sie hinaus, in Deine Richtung.
Du bemerkst, wie die Stille, der Frieden sich in Deine Richtung ausdehnen. Vielleicht siehst Du es auch als Licht. Es dringt in Dein Innerstes ein, verbindet sich mit der Stille, die tief in Dir herrscht, mit dem Frieden, der in Dir ist.
Und so seid Ihr nun alle miteinander verbunden – in tiefster Stille, im tiefsten Frieden. Ihr seid eins.
Und Du bist Dir dessen bewusst: Das ist die Wahrheit. Das ist die einzige Wahrheit.
Das ist die Ebene, die uns alle verbindet – wir sind eins
Wenn Du magst, kannst Du nun wieder die Augen öffnen und einfach einmal spüren, wie viel Frieden jetzt gerade in Dir herrscht. Du hast Dich auf eine andere Ebene begeben.
Und das Wunderschöne an dieser Sache ist: Diese Verbindung, die Du gerade geschaffen hast, kommt auch bei der anderen Person, bei den anderen Personen an.
In vielen Fällen wirst Du merken, dass sich der Konflikt auf einmal legt – nicht zwangsläufig, denn wir wissen nicht, wie offen die andere Person dafür ist. Vielleicht steckt sie noch ganz tief in ihrem Konflikt.
Aber zumindest hast Du Deinen Frieden wiedererlangt.
Mache diese Übung häufiger – immer wieder, wenn Du in Konflikt mit einer Person gerätst und das Gefühl hast, dass sie Dich in irgendeiner Form nicht fair behandelt.
Danke für Deine Aufmerksamkeit.
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